Kapitel 2. Los gehts!

2.1. Fluxbox installieren

Dieser Abschnitt ist ein Beitrag von Jason Gillman Jr. alias "Ircaddict".

Viele Distributionen bieten fertige Pakete für Fluxbox an (oder ports/ebuilds, wenn Sie Gentoo oder FreeBSD benutzen). Diese Pakete machen die Installation recht einfach und harmlos. Es gibt aber auch Gründe, Fluxbox aus dem Quellcode zu kompilieren. Zum Beispiel ist wahrscheinlich die neueste Fluxbox-Version (noch) nicht als Paket verfügbar. Darüber hinaus könnte es von Vorteil sein, auf Ihrem System bestimmte Compiler-Flags zu verwenden. Falls Sie die Pakete Ihrer Distribution verwenden wollen, lesen Sie in der Dokumentation Ihrer Distribution nach. Für einige Distributionen gibt es auf der Fluxbox-Website sowohl Binär- als auch Quellcode-Pakete.

Dieses Dokument soll denjenigen helfen, die noch neu im Umgang mit X11 (oder Linux allgemein) sind. Es wird erklärt, wie Fluxbox kompiliert und installiert wird.

2.1.1. Herunterladen des Quelltextes

Gehen Sie als erstes auf die Download-Seite und laden Sie sich den Quelltext-Tarball herunter (die Datei-Endung lautet .tar.gz).

Gelegentlich gibt es spezielle Developer-Versionen von Fluxbox. Diese dienen als Vorschau auf zukünftige Features und ähnliches. Da diese für Programmierer gedacht sind, fehlen ihnen möglicherweise Teile der Funktionalität und es kann vor allem Probleme mit der Stabilität geben. Wenn Sie das allerneueste Fluxbox haben wollen, probieren Sie ruhig die Developer-Versionen aus - damit nehmen Sie aber neben allen Vorteilen auch alle Risiken in Kauf. Im Newsbereich der Fluxbox-Website finden Sie Anweisungen, wo Sie die Developer-Versionen bekommen.

2.1.2. Entpacken und kompilieren

Jetzt, da Sie den Quelltext heruntergeladen haben, müssen Sie den Tarball entpacken. Das geht mit dem folgenden Kommando (ersetzen Sie den Dateinamen durch den des heruntergeladenen Tarballs):

    $ tar xzvf fluxbox-0.1.12.tar.gz

Es erscheint eine Liste von Dateien, die entpackt werden. Nachdem der Vorgang abgeschlossen ist, wechseln Sie in das erzeugte Verzeichnis (es wird je nach Version zum Beispiel fluxbox-0.1.12 heißen). Als nächstes muss Fluxbox konfiguriert und kompiliert werden. Während der Konfiguration können Sie einige Features von Fluxbox ein- oder ausschalten. Im Allgemeinen sollten die Standardwerte in Ordnung sein. Wenn Sie wollen, dass die Fluxbox-Slit mit KDE Panel Icons funktioniert, müssen Sie die Option --enable-kde hinzufügen. Um herauszufinden welche Optionen das configure-Skript anbietet, benutzen Sie die Option --help. Wenn Sie die KDE-Unterstützung nicht wollen, sollte dies genügen:

    $ ./configure
    $ make

Sobald Fluxbox kompiliert ist, werden Sie root und führen aus:

    # make install

Herzlichen Glückwunsch - Sie haben Fluxbox kompiliert und installiert!

2.1.3. Fluxbox starten

Schön wenn Sie Fluxbox installiert haben, aber was nützt es Ihnen wenn Sie es nicht benutzen können?

Es gibt zwei grundlegend verschiedene Wege, X11 zu starten (und damit Fluxbox). Der traditionelle Weg führt über den Befehl startx. Der andere Weg führt über einen grafischen Login-Manager (auch Display-Manager genannt). Der bekannteste Displaymanager ist xdm (dieser gehört zu XFree86). Der Displaymanager von Gnome heißt gdm, der von KDE kdm.

Wenn X11 mit der ersten Methode gestartet wird (via startx), heißt die für uns wichtige Datei .xinitrc und befindet sich in Ihrem Homeverzeichnis. Im Falle des Starts über einen Displaymanager heißt die Datei .xsession und befindet sich an der gleichen Stelle.

Der nächste Schritt besteht darin, die ausführbare Datei für Fluxbox zu finden. In den meisten Fällen ist das /usr/local/bin/fluxbox. Jetzt müssen Sie die vorhin genannte Datei (.xinitrc) editieren oder erzeugen. Tragen Sie einfach am Ende der Datei folgende Zeile ein:

   exec /usr/local/bin/fluxbox

Ändern Sie /usr/local/bin/fluxbox entsprechend ab, je nachdem wo sich bei Ihrer Installation Fluxbox befindet. /usr/local/bin/fluxbox ist der Standard, wenn Sie Fluxbox aus dem Quellcode übersetzen. Sobald Sie die Datei bearbeitet haben, speichern und schließen Sie sie. Wenn Sie startx verwenden, müssen Sie dann folgendes ausführen:

   $ chmod 700 .xinitrc

Im Falle von .xsession ist das nicht notwendig. In beiden Fällen sollten Sie das Verzeichnis erzeugen, wo Fluxbox seine Konfiguration speichert:

   $ mkdir .fluxbox

Wenn Sie das Verzeichnis nicht erzeugen, werden Sie alle Einstellungen verlieren wenn Sie Fluxbox beenden und neu starten. Leider wird das Verzeichnis nicht automatisch angelegt.

2.1.4. Dies und Jenes

Wenn Sie Hilfe brauchen, kommen Sie einfach ins Fluxbox-Forum und stellen Sie dort Ihre Frage. Irgendjemand ist immer gern bereit, Ihnen zu helfen. Sie können Ihre Frage auch in der Fluxbox Mailing-Liste stellen. Ein Link zu der Liste befindet sich auf der Fluxbox Website. Als letzter Hinweis empfehle ich persönlich, die init, menu, und titlebar Dateien aus /usr/local/share/fluxbox in das Verzeichnis .fluxbox/ in ihrem Homeverzeichnis zu kopieren.